Koordinations- und Gleichgewichtstraining nach Homeoffice. #87

… beeinflusst u.a. auch das Immusystem.

Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass die meisten Menschen viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Das sollte jedoch kein Grund sein, nicht trotzdem den sportlichen Aktivitäten nach wie vor nachzugehen. Durch die Einschränkung des öffentlichen Lebens ist es gerade jetzt wichtig, sich fit zu halten. Sport beeinflusst unser Immunsystem, unsere Psyche äußerst positiv und kann uns in Zeiten wie diesen auch schützen.

Im heutigen Blog-Post widmen wir uns dem Training der Koordination, insbesondere dem Gleichgewicht und der Stimulierung der damit verbundenen Tiefenmuskulatur.

Bedeutung der Koordination

Die Koordination ist das Zusammenspiel von Zentralnervensystem und Muskulatur innerhalb eines bestimmten Bewegungsablaufes (Hollmann & Hettinger, 2000). Hinsichtlich der Koordination ist es wichtig, zwischen intra- und intermuskulärem Zusammenspiel zu differenzieren (Mechling, 1992). Die Organisation von Haltung und Bewegung integriert immer Aspekte beider Bereiche, der intra- und intermuskulären Koordination.

Koordinative Fähigkeiten werden im Grunde jeden Tag benötigt, einfach bei allen Bewegungen, die auch nur ansatzweise die Geschicklichkeit fordern. Egal wie viel Kraft ein einzelner Muskel aufbringen kann, wenn nicht alle Muskeln perfekt im Team zusammenarbeiten, ist die gesamte Muskelkraft beinahe wirkungslos.

Gleichgewicht im „Wohnungs-Alltag“

Im Sport unterteilt man die Koordination zudem in die Bereiche Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit (Meinel & Schnabel, 1998).

Gerade während der Zeit von Homeoffice wird vor allem den Gleichgewichtsfähigkeiten viel zu wenig Beachtung geschenkt. Durch das viele Sitzen kann es in weiterer Folge zu muskulären Dysbalancen, koordinativen Defiziten und auch sogar zu Erkrankungen des Bewegungsapparates kommen. Für die Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeiten muss die Tiefenmuskulatur, durch Kraft- oder Balanceübungen auf instabilen Unterlagen, stimuliert werden, da sie rein reflektorisch gesteuert wird. Die Tiefenmuskulatur ist unsere Haltungs- und Stabilisationsmuskulatur und wird arbeits- und faulheitsbedingt oft nicht ausreichend aktiviert.

Aus diesem Grund versuchen wir heute den Fokus auf das Training der koordinativen Fähigkeit „Gleichgewicht“ zu legen und dabei auch Hilfsmittel zu verwenden, die in jedem Haushalt vorhanden sein sollten.

Autor: Markus Posch PhD
Sportwissenschafter, Department of Sport Science University of Innsbruck

Literatur

Mechling, H. (1992). Koordination. In: P. Röthig, et al. (Hrsg.), Sportwissenschaftliches Lexikon (S. 251). Schorndorf: Hofmann.
Hollmann, W. & Hettinger, T.H. (2000). Sportmedizin (4. Aufl.). Stuttgart: Schattauer.
Meinel, K. & Schnabel, G. (1998). Bewegungslehre – Sportmotorik. Berlin: Sport Verlag.
Folgend findest du 3 Pläne zum freien Download. Viel Vergnügen, viel Fitness und ein großes come back nach der Zeit der Quarantäne.

2 Gedanken zu “Koordinations- und Gleichgewichtstraining nach Homeoffice. #87

  1. Hallo Markus,

    das ist ein sehr guter Artikel mit klasse Übungen. Mir gefällt auch sehr gut, dass du zu Beginn die Grundlagen der Koordination klärst.
    Übung 5 Rumpfstabilisation in Rückenlage sehe ich persönlich etwas kritisch. Die meisten Anfänger haben bereits ohne instabile Unterlage oft Schwierigkeiten nicht in eine LWS-Lordose zu fallen.

    Sportliche Grüße
    der Sport Rebell

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    • Lieber Sport Rebell,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich gebe dir Recht, denn die angeführte Übung 5 „Rumpfstabilisation in Rückenlage“ (in Kombinationen mit einer instabilen Unterlage) ist eine Übung für Fortgeschrittene. Wie du schon richtig erwähnt hast, haben Anfänger meist ohnehin schon Probleme bei dieser Übung nicht allzu sehr in eine LWS-Lordose-Position zu fallen. Die Zugabe einer instabilen Unterlage sollte als potenzielle Variation gesehen werden, um die Intensität bzw. die Schwierigkeit der Bewegungsausführung zu steigern. Nichtsdestotrotz ist diese Übung bei korrekter Durchführung eine unglaublich lohnende Übung für den gesamten Rumpf.

      Sportliche Grüße,
      Markus

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